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Kariestherapie ohne Bohren

 

Gute Nachricht für alle Zahnarztphobiker: Was gestern noch Zukunftsmusik war, ist seit wenigen Monaten auf dem Markt – eine Kariesbehandlung, die den Bohrer überflüssig macht und keine Schmerzen verursacht.
Die Therapie basiert auf den wissenschaftlichen Arbeiten der Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Hendrik Meyer-Lückel und Dr. Sebastian Paris, die zunächst an der Zahnklinik der Charité-Universitätsmedizin Berlin tätig war und seit 2008 am Universitätsklinikums Schleswig-Holstein forscht.

So funktioniert die Kariesinfiltration
Die Methode mit dem Namen Kariesinfiltration funktioniert folgendermaßen: Die Oberflächenschicht der Stelle, die von Karies befallen ist, wird mithilfe eines Ätzgels zuerst teilweise entfernt. Anschließend wird der Bereich mit Alkohol getrocknet. Das freigelegte Porensystem im Zahnschmelz wird mit einem speziellen Kunststoff aufgefüllt („infiltriert“), durch Licht gehärtet, stabilisiert und abgedichtet. Dadurch kann Karies gestoppt werden.
Die neue Methode ist vor allem für die Behandlung an den schwer zugänglichen – und deshalb besonders kariesanfälligen – Zahnzwischenräumen hilfreich. Zur Anwendung der neuen Therapie braucht der Patient keine Betäubung, der Zahnarzt drückt lediglich an der betroffenen Stelle die Zähne leicht auseinander. Dieses führt während der Behandlung zu einem leichten Druckschmerz.

Weniger Zahnsubstanz geht verloren
Neben der Oberflächenversiegelung ist bei der Kariesinfiltration vor allem die Penetration des Kunststoffes in den Zahnschmelz von Bedeutung: Sie verhindert die fortschreitende Demineralisierung des Schmelzes durch Säuren, die Karies verursachen. Bei dem Verfahren geht außerdem deutlich weniger gesunde Zahnsubstanz verloren als bei der herkömmlichen Behandlung mit dem Bohrer. Allerdings muss der Zahnarzt ab einer gewissen Tiefe des „Lochs“ auch weiterhin den Bohrer einsetzen. Auf die regelmäßige Routineuntersuchung beim Zahnarzt sollte man daher nicht verzichten.

Das Produkt für die Behandlung ist seit vier Monaten auf dem Markt. Die Kosten für die neue Behandlungsmethode werden derzeit aber noch nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

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